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Backoffice-Besetzung - Sind Vorstellungsgespräche Frauensache?

| Autor: Alice| Stichworte:
| 2. Oktober 2008 | 285 Aufrufe | 2 Kommentare | drucken | email

Nun vielleicht nicht generell, aber wenn es um die Auswahl der weiblichen Wesen für das Backoffice geht, ist zumindest meine Antwort:
Ja, solche Vorstellungsgespräche sollten nicht von Männern durchgeführt werden.

Da ich Ihnen meine persönliche Meinung bereits kundgetan habe, möchte ich Ihnen die Entstehungs-Geschichte nicht vorenthalten.

Ausgangslage

Wir suchten also eine Frau, die

  1. mit Ihrem Auftreten und der Telefon-Stimme freundlich, symphatisch wirkt (dank Alexander’s Anmerkung),
  2. erkennt, dass Sie in unserem Unternehmen viel dazulernen kann und dieses auch monetär bewertet (Michael versucht wie immer, den Preis zu drücken)
  3. neben dem Organisieren auch eigenständig Zusammenhänge erkennen kann (Thorsten war jedoch nur der erste, der dies ausrief) und
  4. die sich sowohl mit der gesamten Palette von “Office 2007″ als auch mit dem Umgang des Internets auskennt (meine persönliche Eingabe*).

*) Nähkästchen: das Benutzen soll etwas nutzen…
Wer keine weiteren technischen Hintergrund-Informationen erfahren möchte, kann den folgenden Absatz gerne überspringen…

Das Austesten neu auf dem Markt vorhandener Web2.0-Angebote sowie von Programmen für Computer und Mobilfunkgerät ist einer meiner Lieblings-Beschäftigungen. Denn oft ermöglichen diese Programme oder Services viele nützliche Funktionen; jedoch muss man zum Installieren, Konfigurieren und Bedienen dieser neuen Errungenschaften zumindest ein kleines technisches Verständnis mitbringen.
Dies gilt auch für die vielen Funktionen von Outlook 2007, inklusive der dort leicht zu integrierenden OTA-Synchronisation von Kontakt- und Kalender-Daten für Mobilfunkgeräte und der mittels Open-Source-Software umgesetzten OTA-Synchronisation der Aufgaben-, Kontakt- und Kalender-Daten über alle Laptops und Computer hinweg.

Um diese “eiermilchlegende Wollmilchsau” (unsere Backoffice-Besetztung) zu finden, durchforsteten wir die üblichen Portale, übten uns im viralen Marketing und sprachen neben Studentinnen auch eine Vielzahl von Bekannten an.

Zudem wurden online und klassich per Print Stellenangebote aufgegeben.

Aus der Vielzahl von 6 Bewerberinnen haben wir 5 eingeladen, wobei lange diskutiert wurde, ob nicht auch eine mit Tattoos übersäte Frau mit pinkgefärbten Haaren und Lippen-Piercing im Kostümchen durchaus als symphatisch, freundlich und seriös auf andere wirken kann.

Qualifikation vorhandener Mitarbeiter

Nicht nur, dass die meisten von uns bereits Personen eingestellt haben; auch Erfahrungen mit Mitarbeiter-Führung, -Motivation, Kündigungen, Arbeitsgerichten und dergleichen sind zu finden.

Zumindest in den Unternehmen, für die ich tätig gewesen bin, war [jedoch] der HR-Bereich meist mit Frauen besetzt.
Man könnte daher meinen, dass es bei der Auswahl von Mitarbeitern auf Intuition und Bauch-Gefühl ankommt - nicht im Hinblick auf die Kompetenz des potentiellen MAs, sondern vielleicht auf die Einschätzung seiner Team-Fähigkeit, des langfristigen Engagements und auf die Bereitschaft, ständig Handlungs-Horizonte zu erweitern.

Neben-Qualifikation vorhandenen Mitarbeiter

Das langandauernde Betrachten der Fotos unserer Bewerberinnen scheint eine Männer-Domäne zu sein.

Im Hinblick auf die tatsächliche Anwesenheit der Damen und der Gewichtung der eingangs erwähnten “minimalen” Voraussetzungen, waren wir uns einig, dass Optik nun wirklich nicht alles ist.

stündlicher Aufmarsch

Die Vorstellungsgespräche wurden alle an einem Tag durchgeführt. Während ich mir meine Zurückhaltung mittels einer verwaschenen Jeans und eines schlabbrigen Pullis gewährleistete, standen die Herren ohne Beanstandung business-like in Reih und Glied.

Damit jeder seine Fähigkeiten einbringen konnte, teilten wir die Aufgaben auf: Während die Gespräche Männersache waren, durfte ich nacheinander jeder potenziellen Backoffice-Besetzung am Computer zu lösende “Test-Aufgaben” stellten.

Backoffice

Mittels Gewichtung der einzelnen Wunsch-Komponenten entschieden wir uns für eine durchaus freundliche und beinahe mit Mindestlohn bezahlbare Frau mittleren Alters.

Während ich hier noch den Beitrag verfasse, räumt Alexander die Kartons mit den Ordnern aus, Michael entwickelt Excel-Tabellen für die Buchhaltung - genauer gesagt: für die von jedem selber durchzuführende Ablage der Belege - und Thorsten kümmert sich um Anrufbeantworter-Details der TK-Anlage.

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2 Kommentare »

  • Chris schreibt:

    Hehe, also habt ihr euch für keine der Damen entschieden, würde ich aus dem Artikel mal so rauslesen, sondern macht nach wie vor alles selber… Ich würde sagen, ihr habt nicht die passenden Bewerberinnen gefunden und ein ganz klein wenig Geduld in der Phase der Einarbeitung müsst ihr mit bringen, aber dann geht das alles wunderbar und das lästige Telefon und Co. bleiben euch erst mal vom Hals. So als kleiner Wink mit dem Zaunspfahl ;)

  • Alice (Autor) schreibt:

    @Chris - Hallo Chris,

    doch, doch - wir haben uns für eine der Bewerberinnen entschieden:
    “Mittels Gewichtung der einzelnen Wunsch-Komponenten entschieden wir uns für eine durchaus freundliche und beinahe mit Mindestlohn bezahlbare Frau mittleren Alters.”

    Ich gebe Dir völlig recht; Sie hat schon viel Neues bei uns kennengelernt. Gut Ding will Weile haben…

    Jedenfalls vielen Dank für Deine Vorschläge.
    Alice

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